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 19.04.2021, 05:23 Uhr

(Un-)Kräuterküche: Kulinarische Schätze im Garten

Giersch statt Petersilie, Löwenzahn-Knospen statt Kapern und Gundermann-Schokoblätter: Mit diesen (Un-)Kräutern, die derzeit fast überall wachsen, können Sie ihr Essen aufpeppen.


Es gibt (Un-)Kräuter, die jeder kennt, die viele Leute im Garten haben, an denen man beim Spazierengehen regelmäßig vorbeiläuft und - die man nicht groß beachtet. Dabei blühen sie derzeit besonders schön und sie sind gesund. Außerdem bringen sie Pepp in Salate, Aufstriche oder sogar Süßspeisen. Tatjana Studer aus Neufahrn in Niederbayern ist Kräuterpädagogin, gibt Kräuterkurse und betreibt einen Online-Blog. Sie stellt drei (Un-)Kräuter mit Rezepten vor.

Löwenzahn - Der Bett-Brunzer

Der Löwenzahn heißt auf französisch "pissenlit" - also der Bett-Brunzer. Das sagt schon einiges über seine Wirkung: entgiftend und harntreibend. Deswegen ist der Löwenzahn im Frühjahr ideal zum Entgiften, erklärt Tatjana Studer. Blüte, Blätter, Knospen - vom Löwenzahn können alle Teile verwendet werden. Wobei die Stängel wegen des weißen Saftes recht bitter schmecken.

Löwenzahnspinat oder Blütensirup

Die Blätter kann man zum Beispiel wie Spinat mit Öl, Zwiebeln und Gewürzen anbraten. Oder man verwendet die gelben Blüten in einem Löwenzahnblüten-Sirup. Dafür Zitronensaft, Wasser und Zucker aufkochen, die abgezupften, gelben Blütenblätter in den Topf geben, circa zehn Minuten köcheln lassen. Dann den Sirup abkühlen lassen und am nächsten Tag abseihen.

Rezept: Löwenzahnknospen

Tatjana Studer verwendet die Knospen des Löwenzahns zum Beispiel wie Kapern für italienisches Fingerfood. Dafür in einem verschließbaren Glas einen Esslöffel Salz in einem halben Liter Wasser auflösen und dann die Löwenzahnknospen in diese Salzlake einlegen. So sind sie gut ein Jahr haltbar. Mit den eingelegten Knospen kann zum Beispiel Bruschetta mit Tomaten verfeinert werden






 Giersch als Petersilienersatz

Giersch ist für viele Gärtner ein schwer zu bekämpfendes Unkraut. Die Kräuterpädagogin rät, ihn durchs Aufessen zu "bekämpfen" und ihn wie Petersilie zu verwenden. "Er hat unheimlich viel Vitamin C, und ich denke, bevor man ihn aus den Gärten verbannt, sollte man ihn erst mal probieren. Denn der Giersch schmeckt wie Petersilie, ein bisschen wie Karotte. Man kann auch die einzelnen Blätter einfach in den Salat schneiden", so Studer.

Rezept: Gierschlimo

Für die Gierschlimo einen Bund Giersch und je nach Geschmack noch Minze oder Melisse in Apfelsaftschorle hängen und mindestens eine Stunde ziehen lassen. Je länger, umso intensiver wird der Geschmack, so Studer. Dann die Blätter herausnehmen und die Limo kühl genießen.

 



Giersch






Gundermann - Pikant und minzig

Der Gundermann, auch Gundelrebe genannt, hat kleine blau-violette Blüten und wächst vor allem auf Wiesen und an Waldrändern oder ist in der Ufernähe von Seen und Teichen zu finden. Die Blätter sind herz- beziehungsweise nierenförmig.

Will man Gundermann für die Zubereitung von Speisen verwenden, kann man sowohl die jungen Blätter wie auch die Blüten nutzen. Gundermann schmeckt leicht pikant, minze-ähnlich und etwas bitter. Damit macht er sich gut in Frühjahrssalaten, als Zutat für Kräuterbutter oder Kräuterquark. Gundermann-Tee soll bei Beschwerden im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich helfen.

© BR/Anne-Lena Schug

Rezept: Schoko-Gundermann-Blätter

Tatjana Studer pinselt die herzförmigen Gundermann-Blätter mit Zartbitterschokolode ein und garniert damit Kuchen, Torten oder andere Nachspeisen.



© BR/Anne-Lena Schug
Bildrechte: Tatjana Studer

Kräuterküche in Niederbayern: Giersch statt Petersilie, Löwenzahn-Knospen statt Kapern und Gundermann-Schokoblätter: Mit diesen (Un-)Kräutern, die derzeit fast überall wachsen, können Sie ihr Essen aufpeppen.